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Der AK |
Arbeitskreis Essstörungen Stuttgart | |
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Wer wir sindDer Arbeitskreis Essstörungen ist 1994 aus der ersten Stuttgarter Suchtkonferenz hervorgegangen. Er setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern von psychosozialen Beratungsstellen und stationären Einrichtungen, außerdem freiberuflichen Fachfrauen aus der Stadt und Region. Neben fachlichem Austausch, Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit strebt der Arbeitskreis eine bessere Vernetzung der ambulanten und stationären Einrichtungen in Stuttgart an. Der Arbeitskreis Essstörungen wird vom Suchthilfekoordinator der Stadt Stuttgart unterstützt.
Einige Blicke in die Vergangenheit und ZukunftDer Anstoss1994 referierte Cornelia Götz-Kühne (Bundesfachverband Essstörungen, Kassel) in Stuttgart zum Thema Essstörungen im Rahmen der ersten Stuttgarter Suchtkonferenz. Was uns heute fast als selbstverständlich erscheint, nämlich die Vernetzung im Bereich Essstörungen, begann damals erst einmal mit der Erkenntnis der Notwendigkeit von Austausch und Zusammenarbeit in diesem Bereich. Das war praktisch die »Geburtsstunde« des Arbeitskreises Essstörungen. Wunsch nach VernetzungMitte der 90er Jahre war die Problematik von Essstörungen zwar bekannt, aber längst nicht so im Bewusstsein der Öffentlichkeit wie heute. Die Behandlung von Essstörungen gehörte vielfach auch nicht zum selbstverständlichen Angebot psychosozialer oder Suchtberatungsstellen. Viele ambulante Behandlungsangebote für Betroffene waren dem Engagement einzelner Mitarbeiterinnen in den Beratungsstellen zu verdanken, die die Dringlichkeit einer ambulanten Versorgung erkannten. Sie fühlten sich häufig mit ihrem Engagement alleine - einen Versorgungsauftrag gab und gibt es bis heute nicht. Der Wunsch nach Austausch, Vernetzung und Weiterentwicklung von Präventions-, Behandlungs- und Nachsorgeangeboten war bei ihnen, aber auch bei Kliniken und einzelnen Psychotherapeutinnen in freier Praxis sehr groß. Das drückte sich aus sich in der interdisziplinären Zusammensetzung des AKs mit Kolleginnen und Kollegen aus dem ambulanten und stationären Bereich. Dies ist bis heute auch so geblieben. Anfang nahmen Kolleginnen und Kollegen aus ferneren Landkreisen, etwa aus Tuttlingen oder Pforzheim, an den Sitzungen des AK teil, was auf die verschärfte Mangelversorgung im ländlichen Raum hinwies. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren und sind nach wie vor Pädagoginnen und Psychologinnen aus Suchtberatungsstellen, Psychologischen Beratungsstellen, mädchen- und frauenspezifischen Beratungsstellen, Ärzte und Psychologe aus Kliniken, niedergelassene Psychotherapeutinnen, Journalistin und Pädagoginnen aus Wohngruppen. Von Anfang an hatte der AK die Unterstützung durch die Stadt Stuttgart durch die Teilnahme der Beauftragten für Suchtprophylaxe. Durch den Suchthilfekoordinator erhielt der AK gleich zu Beginn politische Unterstützung und Bedeutung und wurde sowohl fachlich als auch finanziell bei der Umsetzung von Projekten unterstützt. Intention der VernetzungDie Arbeit des AKs fand und findet auf verschiedenen Ebenen statt. Zum einen wird durch die Vernetzung ein größerer Informationsfluss zwischen den teilnehmenden Einrichtungen gewährleistet, welches ein schnelleres Ineinandergreifen und Vermitteln von Präventions- und Beratungs- und Therapieangeboten für Betroffene ermöglicht. So kann etwa das Verschieben einer Klientin von der Warteliste bei einer Beratungsstelle auf die Warteliste bei einer anderen Beratungsstelle vermieden werden, wenn über den Weg der Vernetzung aktuelle Kapazitätsgrenzen ausgetauscht werden. Den Teilnehmenden am AK ist es ein Bedürfnis, sich über Behandlungsansätze, Konzeptionen und Erfahrungen in der Behandlung von Essstörungen auszutauschen, Anregungen und Hilfestellungen (Vorstellung der Angebote der teilnehmenden Einrichtungen, Fallbesprechungen) für die eigenen Arbeit zu erhalten. Verbesserung der VersorgungsstrukturZum anderen hat es sich der AK zur Aufgabe gemacht, die Verbesserung der Versorgungsstruktur für Betroffene und deren finanzieller Absicherung kontinuierlich voran zubringen. Was heißt das?
Im AK Stuttgart sind somit inzwischen neben den Mitgliedern aus Stuttgart nur noch Kolleginnen aus Böblingen und Sindelfingen. Durch den Stellenwechsel einer Teilnehmerin gibt es auch einen direkten Draht nach Esslingen. Bilanz unserer ArbeitWas haben wir bisher erreicht? Da Mitte der neunziger Jahre die Problematik der Essstörungen noch recht unauffällig in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, war es eine der ersten Aktionen des AKs, das Thema Essstörungen präsent zu machen und damit Betroffenen den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern. Stuttgarter Suchtgespräche Es fanden 1998 und 1999 Fachveranstaltungen über Essstörungen im Rahmen der Stuttgarter Suchtgespräche statt, in denen informiert und diskutiert wurde und in denen behandelnde Einrichtungen vorgestellt wurden. Faltblatt Der AK hat in Zusammenarbeit mit dem Suchthilfekoordinator und damit städtischer Finanzierung das Faltblatt »Zu dick zu dünn oder total ideal?« erstellt und verbreitet, in dem Betroffene oder Angehörige Adressen von ambulanten und stationären Hilfsangeboten finden können. Dieses Faltblatt wurde inzwischen auch schon von anderen Landkreisen für die Weitergabe ihrer Adressen und Angebote vor Ort übernommen. Die Öffentlichkeitsarbeit ist fester Bestandteil der Arbeit des AKs, denn es geht immer wieder darum, auf unterschiedlichsten Wegen Betroffene und Angehörige auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Prävention In Stuttgart gibt es eine ganze Reihe von Präventionsangeboten. Es handelt sich dabei um einmalige oder mehrmalige Gruppenveranstaltungen auf Anfrage in Schulen, Einrichtungen der offenen Jugendarbeit oder Erziehungshilfe, Elternabende, Vorträge, Workshops, Fortbildungen, die beispielsweise vom MädchenGesundheitsLaden, von Lagaya, oder freiberuflich tätigen Pädagoginnen oder Therapeutinnen durchgeführt werden. Diese Präventionsangebote haben wir in einem Angebotskatalog erfasst, der jedoch bisher nur für den internen Gebrauch an die AK-Mitglieder verteilt wurde, um Suchenden schneller Angebote nennen zu können. Diese Liste wird in absehbarer Zeit auch über diese Homepage abrufbar sein. Neben diesen Präventionsveranstaltungen zu den Themen Schönheitsideale und Essstörungen, entwickelte sich im AK 1997 eine Projektidee für die stärkere Einbindung der Prävention von Essstörungen in den schulischen Alltag im Rahmen des im Lehrplan vorgesehenen Unterrichts zur Suchtprävention. In Zusammenarbeit mit dem Oberschulamt, dem Gesundheitsamt, der Erziehungsberatungsstelle in Stuttgart-Wangen, Pro Familia und der Beauftragten für Suchtprophylaxe entwickelte sich das Kooperationsprojekt »Mädchen Sucht Junge«. Kooperation mit Ärzten Für die ambulante Behandlung von Essstörungen ist die Kooperation mit Hausärzten und Internisten notwendig, um
Der AK führte deshalb eine Infoveranstaltung bei der Kassenärztlichen Vereinigung durch, um Kontakte für eine Zusammenarbeit zu knüpfen. Die Hauptteilnehmerschaft der Ärzte kam jedoch aus der Psychosomatik und Psychotherapie. Es kamen wenig Hausärzte oder Internisten, mit denen wir eine Kooperation hätten anbahnen können. Befragung niedergelassener Psychotherapeuten Mit einer Fragebogenaktion an niedergelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten hatten wir mehr Resonanz. Wir haben Therapeutinnen und Therapeuten nach ihren Erfahrungen in der Behandlung von Essstörungen befragt, um Hilfesuchende gezielter unterstützen zu können und sie gegebenenfalls bei der Vermittlung eines Therapieplatzes besser begleiten zu können. Bisher haben wir die Therapeutinnen und Therapeuten mit Kassenzulassung erfasst. Viele Therapierichtungen sind derzeit nicht von den Kassen zugelassen, die aber durchaus ein qualifiziertes Behandlungsangebot bieten, was allerdings von Klientinnen selbst bezahlt werden muss. Um das ganze Spektrum von Therapiemöglichkeiten zu nutzen, werden wir deshalb auch noch eine Liste mit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung erstellen. Neue ProjekteIn all den Jahren des Bestehens des AKs wurde deutlich, dass bei Betroffenen, Angehörigen und auch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ein hoher Informationsbedarf besteht, dass Unterstützung bei der Suche nach Hilfsangeboten gebraucht wird. Häufiger haben Hilfesuchende nämlich einen längeren Weg der Suche hinter sich, bis sie ein für sie passendes Hilfsangebot gefunden haben. Aber auch Angehörige und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Wohngruppen oder Lehrerinnen und Lehrer) suchen Unterstützung im Umgang mit Betroffenen. Bisher haben sich die Suchenden in Stuttgart an verschiedene Beratungsstellen gewandt, um sich zu orientieren. In Stuttgart waren und sind dies überwiegend die Frauen-Sucht-Beratungsstelle Lagaya, der MädchenGesundheitsLaden, außerdem die Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen und die Suchtberatungsstelle der Evangelischen Gesellschaft. Die Nachfrage nach diesen Informations- und Orientierungsberatungen sind in den genannten Einrichtungen derart gestiegen, dass Kapazitätsgrenzen erreicht waren. Wir wollten diese von den Einrichtungen bisher notdürftig aufgefangene Situation ändern und haben deshalb eine zentrale Anlaufstelle für Fragen bei Essstörungen angestrebt. Endlich eine zentrale AnlaufstelleWir freuen uns, dass wir nun eine Förderung für eine 50-Prozent-Personalstelle für eine solche
zentrale Anlaufstelle bei Essstörungen von der Stadt Stuttgart erhalten. Die Anlaufstelle bei
Essstörungen »ABAS« wird am 6. Februar 2003
eröffnet und ist dann ab 11. Februar 2003 telefonisch so zu erreichen: dienstags: 9 bis 12 Uhr ABAS steht für: |